Die Lebensart der Kartäuser erstreckt sich über eine Zeitspanne von sieben Jahrhunderten. Jahrhunderte, die den Wogen der Geschichte nicht entfliehen konnten.

In guten und in schlechten Zeiten, während fortgesetzter Zerstörungen, dem Wiederaufbau und Restaurierungen sind die Kartäuser-Mönche diesem Ort treu geblieben, bis sie im Jahr 1901 mit dem Combes-Gesetz in das Exil vertrieben wurden.

Von diesem Zeitpunkt an wurde das Chartreuse de Valbonne vernachlässigt, bis es von Pastor Philadelphe Delord, einem ehemaligen Missionar in Neukaledonien und Direktor der A.S.V.M.T. "Association de Secours aux Victimes des Maladies Tropicales" (Verband für die Behandlung von Tropenkrankheiten), am 18 August 1926 mit den Finanzmitteln einer amerikanischen Missionsgesellschaft (American Mission to Lepers) gekauft wurde. Diese Organisation wurde von Doktor Justin ABBOT, einem Freund von Philadelphe Delord, geleitet, der sein Leben der Hilfe von Leprakranken verschrieben hatte. Diese wahre Glaubenshandlung erlaubte Pastor Delord die Organisation zu gründen und das "Haus des Willkommens" in diesem wunderschönen Kloster ins Leben zu rufen, das ihm so am Herzen lag.

Das Sanatorium von Valbonne wurde von der Gesundheitsbehörde offiziell anerkannt. Dies war für die legale Funktion innerhalb der gesetzlichen Regelungen für Hospitale unabdingbar. Der erste Leprakranke traf am 28. August 1929 in Valbonne ein.

Im Jahr 1960 began die Behandlung der Lepra ihre Wirksamkeit zu beweisen. Dank dem Fortschritt in der Medizin war es nicht länger erforderlich, die Patienten zu hospitalisieren. Die Leprakranken mussten nicht mehr unter Quarantäne gestellt werden, da die Ansteckungsgefahr nach der ersten Behandlung ausgeschlossen wurde. Die Organisation wollte die Leprabehandlung aufrechterhalten bis der letzte Patient geheilt war, aber danach war eine Neuorientierung erforderlich.

1975 gründete die Organisation im Kartäuser-Kloster eine Einrichtung für geistig Behinderte, die sich deren soziale Wiedereingliederung und berufliche Rehabilitation zur Aufgabe gemacht hatte.

  
1992 wurden therapeutische Wohnplätze in Pont-Saint-Esprit und ein "Hilfe-durch-Arbeit"-Zentrum im Kloster geschaffen. 1995 wurden ein Zentrum für geistig Behinderte und ein Wohnheim für die Arbeiter des "Hilfe-durch-Arbeit"-Zentrums in Ventabren in Pont-Saint-Esprit eröffnet.

2001 wurde eine bedeutende Neuorganisation der Aktivitäten von den Treuhändern genehmigt. Dieses Vorhaben setzt die Neuorganisation und Dezentralisierung der Gesundheitsfürsorge und die Kapazitätserweiterung der sozialen Wohlfahrtstrukturen voraus.